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Wenn sich die Babyboomer in die Pension verabschieden, hat das Vorsorgemodell ein Problem

 

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Dienstag, 7. Jänner 2020 - Experten gehen davon aus, dass die heimische Versicherungswirtschaft mit etwa 19 Mrd. Euro an Mehrausgaben bis zum Jahr 2030 zu rechnen hat, weil aktuell die Bevölkerung „dreht“: es leben bald immer mehr ältere Menschen in Österreich. Und die weniger Steuerzahler haben daher mit einem größeren Aufkommen zu rechnen. Was lässt sich also gegen diese Problematik unternehmen?

In Österreich ändert sich die Bevölkerungsstruktur. Auch werden wir immer älter. Das hat natürlich Konsequenzen für unser Versicherungswesen.

So geht das Wirtschaftsforschungsinstituts EcoAustria etwa davon aus, dass bis zum Jahr 2080 9,9 Millionen Menschen in Österreich leben werden. Zudem wird im selben Zeitraum die Lebenserwartung auf deutlich über 90 Jahre ansteigen. Die Zahl der Pensionsbezieher und auch die Bezugsdauer werden in den kommenden Jahren also dramatisch anwachsen.

Das ist selbstverständlich mit einem deutlichen Anstieg der Ausgaben im Pensionssystem verbunden. Kurzum: Da dieser Ausgabensteigerung keine entsprechende Einnahmensteigerung gegenübersteht, muss das österreichische Pensionssystem als nicht nachhaltig bezeichnet werden.

Die demographische Wirklichkeit

Bis zu einer echten Belastungsprobe muss man aber keine 60, 40 oder 20 Jahre warten. Der Stresstest für das österreichische Pensionssystem steht bereits vor der Tür. Die ersten Babyboomer, also die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre, sind bereits in Pension gegangen.

Heute sind 93.237 Personen 65 Jahre alt, das gesetzliche Pensionsantrittsalter für Männer. Das tatsächliche Pensionsantrittsalter liegt in Österreich allerdings bei 59,6 Jahren. So sind derzeit 117.265 Menschen 60 Jahre alt.

Mit dem Anstieg der Jahrgangzahlen ist ein Anstieg der Neuzugänge ins Pensionssystem verbunden. Im Jahr 2018 sind 92.203 Personen in Alters- bzw. Invaliditätspension gegangen. In den nächsten 10 Jahren werden mit den Babyboomern die Neuzugänge in die Alters- und Invaliditätspension auf deutlich über 100.000 pro Jahr ansteigen. Hinzu kommen die Beamtenpensionen.

Verteuerungen im Brutto-Inlands-Produkt

Der Eintritt der Babyboomer in das Pensionssystem führt dazu, dass die Ausgaben jedes Jahr steigen werden.

So zeigen Berechnungen mit dem Generationenkontenmodell Schulden-Check von EcoAustria, dass die Ausgaben von heute 14,1 % des BIP bereits bis zum Jahr 2030 auf 15,3 % steigen werden.

In den nächsten 10 Jahren werden demgemäß die Pensionsausgaben kumuliert um rund 19 Mrd. Euro zunehmen.

Die Konsequenzen und mögliche Alternativen

Um auf die steigenden Ausgaben im Pensionssystem angemessen zu reagieren, könnte das Leistungsniveau des Pensionssystems über das bereits beschlossene Maß weiter abgesenkt werden. Damit verbunden wäre allerdings eine weitere Verschlechterung der finanziellen Absicherung im Alter.

Alternativ könnten die Beiträge oder der Bundeszuschuss steuer- oder schuldenfinanziert angehoben werden. Das wäre jedoch verbunden mit einer steigenden Abgaben- oder Schuldenbelastung.

Eine weitere Option wäre die Anhebung des gesetzlichen Antrittsalters von heute 65 schrittweise auf 67 im Jahr 2060. Mit einer Anhebung des Antrittsalters könnte darüber hinaus auch ein höheres Niveau der Pensionen nachhaltig gewährleistet werden.

Wie auch immer die zukünftige Regierung mit dem brisanten Vorsorgethema umgehen wird: Seien Sie auf der sicheren Seite! Und sorgen Sie vor. Und zwar rechtzeitig. Also: jetzt. Wo das neue Jahr gerade begonnen hat. Fragen Sie dazu auch Ihren Berater.

 
 

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