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Katastrophenschäden: Das sind die Schätzungen für das erste Halbjahr

 

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Montag, 29. August 2022 – So lautet eine erste Bilanz der Swiss Re zum ersten Halbjahr 2022. Europa war von Winterstürmen und zwei Hitzewellen betroffen. Teuerstes versichertes Ereignis waren Überschwemmungen in Australien, die mit bisher fast 3,5 Milliarden Dollar zu Buche schlugen

Im ersten Halbjahr 2022 sind nach Schätzungen des Rückversicherers Swiss Re in Folge von Natur- und von Menschen verursachten Katastrophen weltweit gesamtwirtschaftliche Schäden im Ausmaß von 75 Milliarden US-Dollar angefallen. Umgerechnet sind das per Ende Juni knapp 72 Milliarden Euro. Auf Naturkatastrophen entfielen 72 Milliarden Dollar.

Zum Vergleich: Im Schnitt der letzten zehn Jahre betrug der gesamtwirtschaftliche Schaden in den ersten zehn Halbjahren rund 80 Milliarden Dollar.

Hälfte der Schäden (nicht) versichert

Versichert waren nach den Swiss-Re-Daten Schäden im Ausmaß von etwa 38 Milliarden Dollar, umgerechnet etwas mehr als 36 Milliarden Euro. Dieser Wert liegt etwas über dem Zehn-Halbjahre-Schnitt (34 Milliarden Dollar).

Von den Naturkatastrophenschäden waren solche in Höhe von 35 Milliarden Dollar versichert; auch dieser Betrag liegt über dem Durchschnittswert der letzten zehn ersten Halbjahre (29 Milliarden Dollar; +22 %).

Winterstürme und Hitzewellen in Europa

„Im Februar wurde Europa von einer Reihe von Winterstürmen heimgesucht, die versicherte Schäden in einer geschätzten Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar (3,34 Milliarden Euro) verursachten“, berichtet Swiss Re.

Frankreich war von schweren Unwettern mit Hagel und Starkregen betroffen. Die versicherten Schäden erreichten laut französischem Versicherungsverband bisher einen Wert von geschätzt vier Milliarden Euro.

Zwei sommerliche Hitzewellen „mit Rekordtemperaturen in ganz Europa“ verursachten im Südwesten des Kontinents verheerende Waldbrände.

Weltweit teuerstes versichertes Ereignis in Australien

Australien litt in Februar und März unter sintflutartigen Regenfällen, die weiträumige Überschwemmungen nach sich zogen. Das Schadenvolumen beziffert Swiss Re mit bisher fast 3,5 Milliarden Dollar.

„Dies war für die Versicherungswirtschaft eine der bisher teuersten Naturkatastrophen in Australien überhaupt und, gemessen an den versicherten Schäden, das weltweit teuerste Ereignis des ersten Halbjahrs 2022.“

Überschwemmungen in Südafrika sowie in Indien, China und Bangladesch sind „weitere Belege für das weltweit zunehmende Schadenpotenzial“ von Überschwemmungen in städtischen Gebieten.

Trend „seit fünf Jahren“

Martin Bertogg, Head of Catastrophe Perils bei Swiss Re, sieht in „immer extremeren Wetterereignissen“ wie etwa den Überschwemmungen in Australien und Südafrika eine Bestätigung für einen Trend, der seit fünf Jahren zu beobachten ist.

„Sekundäre Naturgefahren treiben die versicherten Schäden in allen Teilen der Welt in die Höhe. Anders als Hurrikane oder Erdbeben sind diese Gefahren allgegenwärtig und werden durch die rasche Urbanisierung in besonders gefährdeten Gebieten noch verschärft.“

Als sekundäre Naturgefahren gelten Ereignisse, die unabhängig und vergleichsweise häufig – öfter als „primäre“ Naturgefahren wie Erdbeben oder Wirbelstürme – auftreten und vergleichsweise geringe bis mittlere Schäden verursachen, sowie sekundäre Effekte primärer Naturgefahren, z.B. ein Tsunami nach einem Erdbeben.

„Angesichts des Ausmaßes der weltweiten Verwüstungen erfordern sekundäre Naturgefahren eine ebenso disziplinierte Risikobeurteilung wie primäre Gefahren wie beispielsweise Hurrikane“, so Bertogg abschließend.

 
 

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