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Geldvermögen der Haushalte erstmals seit Finanzkrise gesunken

 

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Montag, 31. Oktober 2022 – Das Geldvermögen privater Haushalte ist vor dem Hintergrund des anhaltend herausfordernden Wirtschaftsumfelds erstmals seit der Finanzkrise 2008 gesunken. Insbesondere die ungünstigen Kursentwicklungen von Aktien und Fonds führten im ersten Halbjahr 2022 zu deutlichen Vermögensverlusten.

Haushalte haben ihren Anlagefokus seit Beginn der Pandemie deutlich zugunsten von Aktien und Fonds verschoben.

Dazu schickt Vize-Gouverneur Gottfried Haber von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) voraus: „Die Erholung der globalen Wirtschaft nach der Pandemie wurde abrupt durch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine unterbrochen“.

Im Jahr 2021 war aufgrund eingeschränkter Konsummöglichkeiten noch eine sehr hohe Sparquote im Ausmaß von 12 % zu beobachten.

Das Geldvermögen heimischer Haushalte

Hohe Energiepreise, die die Inflation befeuern, und das Auslaufen der Pandemieeffekte führen dazu, dass nun mit einer weitaus geringeren Sparquote gerechnet werden muss als noch in den letzten zwei Jahren.

Österreichs Haushalte veranlagten 2021 mit 24,2 Mrd. Euro etwas weniger als im Vorjahr (28,3 Mrd. Euro).

Im ersten Halbjahr 2022 erreichten die Finanzinvestitionen mit 7,2 Mrd. Euro etwa das Niveau des Vergleichszeitraums 2019.

Das Geldvermögen des heimischen Haushaltssektors lag Ende des ersten Halbjahres 2022 mit 799 Mrd. Euro um 3,4 % unter jenem am Jahresende 2021.

Aktien und Investmentfonds

Dieser erstmals seit der Finanzkrise 2008 verzeichnete Rückgang ist insbesondere auf Kursverluste aus Aktien und Investmentfonds zurückzuführen, erklärt Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik in der OeNB.

Seit Pandemiebeginn war diese Anlageform deutlich stärker gefragt als zuvor. Zwischen 2020 und dem ersten Halbjahr 2022 flossen knapp 40 % der Finanzinvestitionen des Haushaltssektors in Aktien und Investmentfonds (2015 bis 2019: 25 %), wobei diese zunächst auch hohe Kursgewinne einbrachten (2020 bis 2021: 16 Mrd. Euro).

Volatile Börsenentwicklungen im ersten Halbjahr 2022 führten jedoch zu Verlusten im Ausmaß von 18 Mrd. Euro.

Struktur der Finanzinvestitionen

Seit Pandemiebeginn hat sich auch die Struktur der Finanzinvestitionen deutlich verändert: Seit 2020 fließt nur noch jeder zweite Euro in Einlagen (51 %), zwischen 2015 und 2019 waren es 3 von 4 Euro (73 %).

Ähnliche Entwicklungen waren auch in zahlreichen anderen Ländern des Euroraums zu beobachten. Österreichische Haushalte bevorzugen weiterhin täglich fällige Einlagen zulasten gebundener Einlagen.

Dies wirkt sich auch auf die langfristige Zusammensetzung des Geldvermögens aus, das derzeit von täglich fälligen Einlagen mit einem Anteil von 27 % dominiert wird.

Vor der Finanzkrise entfielen nur 10 % auf diese Anlageform. Gegenläufig zeigte sich im selben Zeitraum die Nachfrage nach gebundenen Einlagen: Sie verloren massiv an Gewicht und stehen derzeit für 11 % des Vermögens (28 % vor der Finanzkrise).

 
 

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